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Leinsamenauflage

LEINSAMENAUFLAGE – bewährt seit alters her

Der Lein ist uns als alte Kulturpflanze gut bekannt. Als für die Herstellung von Textilien zunehmend Baumwolle verarbeitet wurde, gingen der Anbau und der Verbrauch des Leins stark zurück. Leinsamen zu Ernährungszwecken finden wir vor allem in Broten und Müeslis.

Ein altes Hausmittel, das gerne in Vergessenheit gerät, und dies ganz zu Unrecht, besteht in der Anwendung einer Leinsamenauflage. Sie ist schnell gemacht und führt zu erstaunlichen Erfolgen. Die glatten Leinsamenkörner enthalten viel Schleim und wertvolle fette Öle. Durch das Einlegen der Körner und des Leinsamenmehls in Wasser quellen die Schleimstoffe stark auf. Eine warme Leinsamenauflage wirkt speziell hautschonend und trocknet diese nicht aus. Praktische Erfolge erzielen Sie zum Beispiel bei einer Nagelbettentzündung, auch «Umlauf» genannt. Diese lästige Entzündung kann zu gefährlichen Blutvergiftungen führen, wenn sie nicht sorgfältig zur Abheilung gebracht wird. Eine Lidrandentzündung, festsitzende Fremdkörper oder Akne-Pusteln lassen sich ebenfalls so behandeln. Bei einem Nebenhöhlenkatarrh oder gewissen Gelenkschmerzen kann die anhaltende Wärme lindernde Hilfe bringen.

Am besten nehmen Sie zwei bis drei Esslöffel Leinsamen (je nach Grösse der Behandlungsfläche) und quetschen diese in einem Mörser oder mit einer Flasche auf hartem Untergrund. Mit etwas Wasser wird der gestossene Same zu einem Brei verkocht und heiss auf ein Haushaltpapier aufgetragen. Nun schlägt man den Brei darin ein und legt ihn möglichst heiss (je nach Verträglichkeit, Vorsicht Verbrennungsgefahr!) auf die Hautstelle. Dieses Kataplasma mit einem Leinentuch oder einer Gazebinde fixieren. Bei der Verwendung eines zusätzlichen Wolltuchs hält die wärmende Wirkung länger an. Nach zehn bis 20 Minuten die Auflage entfernen, worauf ein «Nachschwitzen» von weiteren 20 Minuten sehr ratsam ist. Ist die Packung abgekühlt, wird sie am besten kompostiert und bei Bedarf durch eine frische Auflage ersetzt.

Bestreichen Sie die behandelten Hautstellen idealerweise mit einer Harzsalbe (Zugsalbe), um so die Wirkung gezielt zu verlängern.