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Pilze

Pilze – mehr als eine kulinarische Delikatesse

Lange ordnete man die Pilze dem Pflanzenreich zu. Heute belegen sie jedoch eine eigene Gruppe, weil der Unterschied zu den Pflanzen deutlich hervorsticht. Die genetischen und physiologischen Eigenschaften der Pilze liegen dem Tierreich wesentlich näher als dem Pflanzenreich. Als Heilmittel setzt man Pilze in China, Nord- und Südamerika seit Jahrhunderten ein. Erst in jüngerer Zeit hat die Forschung hier im Westen erstaunliche Erkenntnisse über die Pilze ans Licht gebracht. So fand man beispielsweise heraus, dass ihr Erbgut (RNA und DNA) grösstenteils demjenigen des Menschen entspricht. Pilze können sehr gut mit «Giftstoffen» des menschlichen Körpers umgehen, so wie sie auch im Boden die toxischen Angriffe abwehren müssen. Das bekannteste Beispiel, wie wir Menschen diese Eigenschaft nutzen, zeigt der Siegeszug der Antibiotika, deren Wirkstoff (Penicillin) ursprünglich dem Pilz entnommen wurde. Auch die Wirkung der «Zauberpilze» wie Psilocybe mexicana oder das LSD, bei dem ein Pilz, genannt Mutterkorn, als Ausgangssubstrat verwendet wird, überzeugen definitiv von dem grossen Einfluss auf den menschlichen Körper.

Das, was wir landläufig als «Pilz» bezeichnen, ist allerdings nur der Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz befindet sich im Boden und bildet ein grosses Netzwerk von Pilzfäden (Mycel). Für die Herstellung von Pilzpräparaten verwendet man das Pulver des Fruchtkörpers oder das Mycel. Ebenfalls werden Extrakte als hoch konzentrierte Präparate angeboten.

Diese Pilzfäden treten mit den umliegenden Pflanzen in Kontakt und bieten ihnen über das Wurzelsystem benötigte Substanzen an. Im Gegenzug bedient die Pflanze die Pilze mit begehrten Nährstoffen wie beispielsweise Zucker. 90 % aller Pflanzen haben eine solche Lebensgemeinschaft mit Pilzen, die man auch Symbiose nennt. Gerät eine Pflanze durch Krankheiten oder Schädlinge in Not, empfängt der Pilz die «Notrufe» und produziert Stoffe, die der Pflanze helfen, solche Krisen zu bewältigen. In vielen Fällen werden diese Schutzstoffe bereits im Voraus produziert und garantieren ein gesundes Pflanzenwachstum.

So wie es die Pflanzen tun, profitieren wir Menschen gleichermassen von solchen Schutz- und Heilsubstanzen des Pilzes. Insbesonder kann sich unser Immunsystem durch Stoffe wie Polysaccharide, Beta-D-Glucane, Triterpene und Lentinan wirksamer zur Wehr setzen. Die Pilze produzieren aber auch B-Vitamine und Aminosäuren, die den Stoffwechsel unterstützen. In weiteren Artikeln werde ich Ihnen verschiedene Pilze und ihre Präparate vorstellen, damit Sie die kraftspendenden Eigenschaften der Pilze kennenlernen (siehe «Reishi» und «Shiitake»).